IPA fördert Schulaustausch mit Neshangwe High School

April 2017: IPA unterstützt Neshangwe High School bei ihrem Schulaustausch mit dem Lessing-Gymnasium Norderstedt mit 5000€.

IPA führt seit Jahren zusammen mit dem Lessing-Gymnasium Norderstedt Projekte zur Verbesserung der Infrastruktur und der allgemeinen Lernsituation an der Neshangwe High School durch.

Zu Ostern 2017 fand erstmals ein Schulaustausch einer Gruppe von 8 Schülern und zwei Lehrern des Lessing-Gymnasiums mit 10 Schülern und 2 Lehrern der Neshangwe High School in Simbabwe statt. Die Gruppe des LGN finanzierte ihren 18 tägigen Austausch mit Eigenmitteln und Sponsorengeldern. Neben Projekttagen an der Neshangwe High School war eine gemeinsame Busreise der beiden Gruppen nach Lake Kyle, Great Zimbabwe, über Matopos zu einem Camp von Children in the Wilderness im Hwange Nationalpark mit abschließendem Besuch der Viktoriafälle geplant. Die anteiligen Kosten für die Neshangwe Gruppe übernahm zum größten IPA, da Neshangwe nur sehr begrenzte Mittel für ihre Teilnehmer zur Verfügung stellen konnte.

Nach einem dreitägigen Besuch in der Hauptstadt Harare, wo die Norderstedter unter anderem die sehr gut ausgestattete Privatschule Chisipiti Senior High School besichtigten und an einem Skulpturenworkshop mit Dominic Benhura teilnahmen, begann die Begegnung mit den Schülern der Neshangwe High School in Sadza, ca 180km südöstlich von Harare.

An drei Projekttagen beschäftigten sich die Schüler der Neshangwe Gruppe und der Lessing Gruppe mit dem Thema Solarenergie anhand der an der Schule entstanden Solarwasserpumpe und des Solarkraftwerks, das die Schule unabhängig vom öffentlichen Stromnetz macht. Unter anderem hatten die simbabwischen Schüler ein Modell einer Solaranlage angefertigt und die Norderstedter hatten Solarpaneele mitgebracht, die zu Ladegeräten für Laptops und Handys gebaut wurden. Daneben war Zeit für gemeinsamen Sport wie Volleyball und für das Kennenlernen des umgebenden Dorfes.

Die Schüler verstanden sich auf Anhieb prächtig miteinander auf Englisch und lernten voneinander Elementares ihrer jeweiligen Sprachen Shona und Deutsch. Die 5 deutschen Schüler und 3 Schülerinnen im Alter von 16-18 Jahren tauchten unmittelbar in das Leben ihrer simbabwischen Altersgenossen ein, beim gemeinsamen Kochen, Tanzen und Sport. Die einfache Unterkunft in leerstehenden Lehrerhäusern oder die Zubereitung von Mahlzeiten mit lebenden Hühnern, der große Unterschied im Lebensstandard war eine Herausforderung für die Deutschen, die sie mit erstaunlicher Selbstverständlichkeit meisterten.

So ging man dann nach drei Tagen auf die gemeinsame Busreise als gut funktionierende Gemeinschaft. Das erste Ziel war Lake Kyle Recreational Park, wo in Zelten und Lodges übernachtet wurde. Neben der atemberaubenden Landschaft um den See war ein Highlight für beide Gruppen die Ostereiersuche am Ostermorgen, ein Brauch, den die Simbabwer noch nicht kannten.

Über die Great Zimbabwe Ruinen, dem Nationalheiligtum und Namensgeber Simbabwes, hatten die einheimischen Schüler bisher nur aus Textbüchern gelesen. Sie hatten aus finanziellen Gründen noch nie ihr Dorf verlassen und waren überwältigt von der Führung durch die Ruinenstadt. Eine Neshangwe Schülerin möchte gern Geschichte studieren und für sie war es ein Geschichtserlebnis aus erster Hand.

Nach einem Zwischenstopp in Matopos mit seiner atemberaubenden Felsenlandschaft gelangte die Gruppe in den Hwange Nationalpark, wo sie von Safarifahrzeugen von Wilderness Safaris noch tiefer in die Buschlandschaft gebracht wurden ins Makololo Camp, ein Luxussafari Camp, in das Touristen meist mit Kleinflugzeugen gebracht werden. Die Organisation Children in the Wilderness, gesponsert von Wilderness Safaris, hatte ein 3 tägiges Erlebniscamp eingerichtet zum äußerst günstigen Preis von 50 USD/Person/Nacht. Wildtierexperten, extrem freundlich und verständnisvoll für Jugendliche, unterrichteten die Gruppe in Themen der Erhaltung der Flora und Fauna. Besonderes Highlight waren die Rundfahrten und -gänge im Park, wo die ganze Vielfalt der afrikanischen Tier- und Pflanzenwelt bestaunt erklärt wurde. Das Camp lag mitten Busch, die Schüler waren in komfortablen Zelten mit Dusche und Toilette untergebracht. Die Aufregung war groß, als nachts Löwen durchs Camp zogen, die bei Tag tatsächlich noch in der Nähe des Camps aufgespürt wurden. Afrikanische Tierwelt hautnah, wie sie die simbabwischen und deutschen Schüler nur aus Büchern und Filmen kannten.

Nach diesen grandiosen Eindrücken endete die gemeinsame Fahrt mit der Besichtigung der Viktoriafälle, die zu dieser Jahreszeit überschäumten und die Teilnehmer komplett durchnässten. Sie machten ihrem Namen alle Ehre, Mosi o tunja, der Rauch der donnert.