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Bericht über Projekte in Simbabwe im Feb / März 2014


1. Der IPA Koordinator Menson Mudzingwa ist vor fast 2 Jahren zum Headmaster der renommierten Sekundarschule Guinea Fowls ernannt worden. Bei unserem Besuch haben seine Frau und er uns sehr freundlich empfangen und die Schule umfassend gezeigt. Mit 600 Internatsschülern und 300 Tagesschülern hat Mr. Mudzingwa eine große Aufgabe zu bewältigen. Die Schule ist überdurchschnittlich gut ausgestattet verglichen mit anderen A-Level-Schulen, hat aber auch hervorragende Prüfungsergebnisse:
54% beim O-Level und 92% beim A-Level als Passrate! > Im Computerraum sind 15 neue PCs installiert, qualifizierte junge Lehrer unterrichten die Schüler.
Die Bücherei ist fast leer, Mr. Mudzingwa hat hier um Mittel von IPA gebeten.
Unter den gegebenen Umständen der Belastung an dieser Schule ist es verständlich, dass Mr. Mudzingwa den vorgesehenen Aufgaben als IPA-Koordinator im vergangenen Jahr nicht mehr nachgekommen ist.
Leider ist unser Auftrag an die 3 Primarschulen im Juli 2013, mit dem beantragten Bau von Lehrerhäusern zu beginnen, von ihm nicht an die Schulen weitergeleitet worden. Dies erfolgte erst im November durch P. Wekare, der die Primarschulen besuchte und die Absprache konkretisierte. Mr. Wekare wurde eine Aufwandsentschädigung von150 $ für diese Tagesreise gezahlt.

2. Wir haben die 3 Primarschulen zusammen mit P. Wekare und L. Sefa im Februar besucht. Das war während der Regenzeit nur möglich, weil uns Sr. F. Kobets ihr Geländefahrzeug zur Verfügung gestellt hat. Alle drei Schulen planen, mit den von uns überwiesenen 2000 $, jeweils ein Lehrerhaus zu bauen. Die Vorarbeiten sind unterschiedlich weit vorangeschritten. Seit dem 1. September 2013 muss nun allerdings bei jeder finanziellen Hilfe aus dem Ausland ein Verwaltungsverfahren in Gang gesetzt werden: Jede Schule muss zuerst über den District dann über die Province beim Headoffice in Harare anfragen, ob sie das Geld annehmen dürfen. Die Headmaster konnten uns zeigen, dass ihre Anträge auf dem Wege sind. Gegenwärtig ist es sinnvoll, bei allen drei Primarschulen mit weiteren Hilfen zu warten, bis sie die Lehrerhäuser erstellt haben.

3. Zur A-Level Schule Neshangwe hat uns Reinhards Freund Isi in seinem Geländefahrzeug gefahren, was sich auf dem letzten Teil des Weges als sehr sinnvoll erwiesen hat. Die von Reinhard übergebenen PCs werden angemessen genutzt, jeder Schüler wird in einem Einführungskurs unterrichtet. Wir haben gesehen, wie die Form 6 Schüler mit einem installierten Geschichtsprogramm gearbeitet haben. Die letzten O-Level Ergebnisse an der Schule waren knapp unter 5% Passrate, die beim A-Level allerdings sehr viel besser. > Die Nutzung der PCs an der Takawira Sec. School war noch intensiver: Neben dem obligatorischen Einführungskurs für alle Schüler gibt es für Form 3-4 einen HEXCO Kurs, der mit einer O- Level Prüfung verbunden werden kann.
Für beide Schulen gilt: Es war eine Freude zu sehen, wie intensiv die PCs genutzt werden. Die jungen Informatiklehrer mit BS von der UZ haben ausreichend Wissen und Motivation für den Unterricht. Eine Weiterbildung der übrigen Lehrer erscheint gegenwärtig nicht sinnvoll. Obwohl beide Schulen gerne Internet zur Verfügung hätten, ist die Installation nicht unbedingt notwendig und zur Zeit auch noch zu teuer. Obwohl der Strom zeitweise ausfällt, lässt sich der Zustand ertragen.

4. Die Wasserpumpe auf dem Grundstück der Familie Mushaike wird gegenwärtig von 23 Personen genutzt, die jeweils einen Dollar pro Monat für Diesel bezahlen müssen.

5. Das Kinderheim in Gweru ist gut versorgt. Während der sehr heftigen Regenzeit in diesem Jahr gibt es kein Wasserproblem. Lenzeni bestätigt, dass abgewartet werden sollte, ob im Oktober noch genügend Wasser aus den Bohrlöchern gepumpt werden kann. Gertrud hat dem Kinderheim in der Schweiz eine Erbschaft von 80 000 Franken hinterlassen. Dieses Geld kann von Lenzeni bei Bedarf eingeführt werden. Mit Lenzeni haben wir in Driefountain Gertruds Grab aufgesucht. Sie liegt unter einem einfachen Holzkreuz in einer langen Reihe mit Missionsangehörigen aus Simbabwe und der Schweiz.

6. Wir sind mit Albert Mulingwa und drei Rotariern aus Harare am Chimanda Hospital gewesen, um das von ihm vorgeschlagene Wasserprojekt zu begutachten. Da das Krankenhaus nicht nur monatelang kein Trinkwasser hat, sondern auch die Stromversorgung lange unterbrochen ist und die Lieferung notwendiger medizinischer Ausstattung vom Ministerium nur zu 5% erfolgt, haben wir festgestellt, dass dieses Projekt finanziell viel zu anspruchsvoll ist, um ein funktionierendes Krankenhaus wiederherzustellen. Wir werden in gar keiner Weise einsteigen!

7. Unsere Freundin und frühere Kollegin Sr. Francis Kobets leitet eine Organisation OEAS (Orphans Education and Agricultural Service). Mit 3 Mitarbeiterinnen und 2 Mitarbeitern aus Simbabwe betreut dieser Service fast 100 Waisenkinder insbesondere in Lower Gweru. Außerdem werden etwa 15 behinderte Kinder aus Mkoba abgeholt und auf vielfältige Weise gefördert. Z.B. haben sie in ihrem kleinen Office die Möglichkeit geschaffen, dass Liz Sefa in Science und (Reinhards ehemaliger Headmaster in Neshangwe) Mr. Mativi in Englisch und Mathematik nachmittags Nachhilfe an ärmere Schüler geben können.
Auf dem Gelände der Gweru Show ist vor etwa zwei Jahren von Alice Shiri in einem angemieteten Raum ein Kindergarten gegründet worden. Sie betreut dort mit 3 Frauen 40 Kinder im Vorschulalter. Bei 25 Kindern können die Eltern die monatlichen Beiträge von 50 $ meistens bezahlen, 15 elternlose Kinder dürfen unentgeltlich dazu kommen. Daraus ergibt sich, dass die Bezahlung der Mitarbeiterinnen sehr gering ist und nur sporadisch erfolgt. > Diese beiden Dienste sind nichtstaatlich, unterliegen also nicht den Genehmigungsverfahren der staatlichen Einrichtungen.
Wir sollten prüfen, in welcher Weise wir bei beiden Diensten helfen können.

Herzliche Grüße aus Berlin von Konrad Meyfarth